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Weil Lernen Spaß machen kann

 

Schülerschule

 

 

Konzeption der Schülerschule

Stand: Mai 2014

 

 

Konzeptionell ist die Schülerschule ein schulübergreifender, interkultureller Lern- und Kommunikationstreff mit einer ganzheitlich lebensweltorientierten, stadtteilbezogenen Ausrichtung. Sie kooperiert dabei mit dem Schulamt der Stadt Essen, dem Erich-Brost Berufskolleg, der Stadtteilbibliothek Frohnhausen, dem JobCenter und der Arbeitsagentur Essen, sowie weiteren Sozial- und Kulturarbeitspartnern in den Stadtteilen Altendorf und Frohnhausen.

1971 wurde die Schülerschule von der Hauptschullehrerin Ria Voswinckel ins Leben gerufen und bis Ende 2000 konzeptionell und finanziell getragen. Für dieses herausragende ehrenamtliche Engagement wurde Frau Voswinckel mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Im Frühjahr 2001 übergab Frau Voswinckel die Schülerschule in die Trägerschaft des Deutschen Kinderschutzbundes, Ortsverband Essen e.V. Mit dieser Übernahme des Projektes durch den Kinderschutzbund wurde die Schülerschule gleichzeitig in das in mehreren Stadtteilen Essens angesiedelte Projekt ,,Lernen wie man lernt" integriert. Im Mai 2014 wechselte die Schülerschule in die Trägerschaft der Schülerschule gGmbH.

 

Wegen ihres zukunftsweisenden pädagogischen Konzeptes und dessen erfolgreicher Umsetzung ist die Schülerschule bereits mehrfach mit überregionalen Preisen ausgezeichnet worden, so u.a. als deutscher UNESCO-Beitrag zum UN-Jahresthema 2001 „Dialog zwischen den Kulturen“, als „Zukunftsprojekt in NRW“ und 2005 mit dem „HanseMerkur Preis für Kinderschutz“.

 

Ca. 200 Teilnehmer/Innen aus sämtlichen Schulformen sind z.Zt. in der Schülerschule angemeldet, darunter weitaus mehr Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene und Mütter mit Migrationshintergrund. Eine große Anzahl wohnt in Altendorf, einem besonders entwicklungsbedürftigen Stadtteil, in dem die Kernaktivität stattfindet. Zum Team gehören drei Hauptamtliche und 25 Ehrenamtlichen, davon mehrere ehemalige Mitarbeiter im Schuldienst, sowie eine wechselnde Anzahl an Gemeinwohlarbeiter/Innen.

 

Schülerschule steht dabei dafür, dass…

 

·        die Schüler/Innen in den meisten Fällen nicht von Eltern oder Lehrer/Innen geschickt, sondern von Mitschülern/Innen angesprochen und motiviert werden.

·        sie ihre Lerninhalte und Aktivitäten, ihre Interaktionspartner und den Zeitaufwand selbst und bewusst bestimmen und das mit dem Ziel Hilfe zur Selbsthilfe zu erhalten.

·        Schüler/Innen mit Schüler/Innen lernen; sie tragen für sich selbst wie füreinander und auch für das gesamte Geschehen Mitverantwortung

·        Mehrsprachigkeit und Interkulturalität der Schüler/Innen intensiv gefördert werden.

·        kreative und kommunikative Kompetenzen gefördert werden, besonders in der Ferienarbeit.

 

Der pädagogische Ansatz der Schülerschule

 

Die Schülerschule ist auf die individuellen Erfahrungen, Interessen und Bedürfnisse der Schüler/Innen, die das Angebot wahrnehmen, konsequent ausgerichtet. Das Angebot fördert und bezieht sich auf das Selbstkonzept jedes/r einzelnen Lernenden und zwar völlig unabhängig vom Alter. Die Teilnehmer/Innen informieren und überzeugen in der Regel ihre Mitschüler/Innen oder Freund/Innen und laden sie ein, mit in die Schülerschule zu kommen. Schüler/innen der Regelklassen 1 bis 13 nehmen für sich die Hilfe in Anspruch, die sie selbst für nötig halten und auch von wem sie diese möchten. Wenn sie in der Lage sind, Anderen zu helfen, tun sie das oft spontan. Viele kommen, um miteinander Kontakt zu halten, zu sehen, ob alles gut läuft oder ob sie für jemanden etwas tun können und sei es durch ein aufmunterndes oder problemlösendes Gespräch. Die Jüngeren lernen eine Zeit lang einzeln oder in einer Kleinstgruppe und spielen anschließend miteinander, teils drinnen, teils draußen. Was, mit wem und wie lange sie etwas tun, bestimmen alle, ob groß oder klein, völlig selbständig, nach den Gegebenheiten, die sie jeweils vorfinden. Dadurch, dass Schüler/Innen erste Stellung in ihrer Schülerschule haben, erfahren sie ihre unangetastete persönliche Würde und Wertschätzung, die im Zusammenhang mit ihrer Migration schon oftmals sehr verletzt wurde. Die Erfahrung zeigt, dass sie dadurch nicht in Konflikte und Normunsicherheiten geraten. lm Gegenteil: Sie werden im besten Sinne selbstsicher und stark! Sie erfahren, wie man ihnen die Fähigkeit und Anstrengung zur Selbsthilfe und Mithilfe sowohl zutraut als auch zumutet und ihre Wünsche, wie auch ihre Selbstkompetenz, ernst nimmt.

 

Angebotsbausteine der Schülerschule

 

Die meisten Kinder und Jugendlichen, die die Schülerschule besuchen, haben einen Migrationshintergrund. Deshalb gehört neben der Hausaufgabenbetreuung die Sprachförderung zu den wichtigsten Angeboten der Schülerschule. Weitere Aktivitäten sind die schulische Lernförderung, die berufsvorbereitende Förderung, Freizeitaktivitäten und Hilfen bei der Alltagsorganisation:

 

 

Hausaufgabenbetreuung und schulische Lernförderung

 

·        individuelle Förderung in (fast) allen Schulfächern, Erarbeiten neuer Unterrichtsstoffe

·        Kontaktaufnahme und Zusammenarbeit mit den Lehrer/Innen der Schüler/Innen

·        Hilfe bei der Vorbereitung von Klausuren und Prüfungen, Bewältigung von Prüfungsängsten

·        Intensiv-Kurse während der Ferien

·        Entwicklung der Fähigkeiten des Textverständnisses und der Texterstellung

·        Vermittlung von Erarbeitungsstrategien und einer soliden Wissensgrundlage

 

Sprachvermittlung

 

·         Förderung der Sprach und Kommunikationsfähigkeit

·        Deutschkurse für Mütter mit Migrationshintergrund durch ehemalige Lehrer/Innen

 

Berufsvorbereitende Förderung

 

·        Hilfen bei der Vorbereitung und Auswertung von Praktika

·        Unterstützung bei der Ausbildungs- und Arbeitsplatzfindung

·        Begleitung bei Behördengängen (Aufenthaltserlaubnis, Arbeitserlaubnis usw.)

·        Begleitung junger Erwachsener in der Ausbildung

·        Bewerbungstraining

 

Freizeit und Ferienaktivitäten

 

·         Ferienfahrten und Ausflüge

·         Film-, Konzert und Theaterbesuche

·         Feste und Feiern

·         Künstlerisch-musische Projekte

 

Ganzheitliche Unterstützung und Zuwendung

 

·         menschliche Zuwendung in familiären Krisensituationen

·         behandlungsbegleitende Betreuung im Krankheitsfall

·         Elternarbeit und Hausbesuche

 

Schülerschule in der Schule

 

Das Erich-Brost Berufskolleg stellt der Schülerschule an drei Tagen in der Woche mehrere Klassenräume zur Verfügung. Besonders eng ist die Zusammenarbeit mit der Gesamtschule Bockmühle. Diese Schule stellt dem Projekt ein Büro und in den Ferien Räume für die schulische Lernförderung und für Freizeitaktivitäten (u.a. eine Lehrküche) zur Verfügung.

Trotz einer intensiven Zusammenarbeit mit Schulen und zahlreicher einzelfallorientierter Gespräche mit Lehrern/Innen zeigt unsere Erfahrung, dass viele Jugendliche eine sowohl räumliche als auch personelle Distanz zur eigenen Schule brauchen, um eine Motivation zu größeren Lernanstrengungen zu entwickeln. Diese Einschätzung ist uns von Lehrern/Innen und Schulleiter/Innen ausdrücklich bestätigt worden.

 

Evaluation und Qualitätsentwicklung

 

Von Dezember 2002 bis November 2003 wurde, finanziert durch die Stiftung Deutsche Jugendmarke e.V., eine umfassende Evaluation des Gesamtprojektes durchgeführt. Eine Befragung von Eltern, Lehrer/Innen und den betreuten Schülern selbst hat ergeben, dass alle drei Gruppen eine schulische Leistungssteigerung als die wichtigste Wirkung des Projektes betonen. Außerdem reflektieren die hauptamtlichen Mitarbeiter/Innen ihre Arbeit in regelmäßig stattfindenden Teamgesprächen. 

Jenseits schulischer Leistung stellen die Eltern vor allem ein erhöhtes Selbstbewusstsein bei ihren Kindern fest. In Form von Fallstudien konnte gezeigt werden, dass viele Jugendliche große familiäre Probleme haben. Dieses Ergebnis unterstreicht die Bedeutung einer qualifizierten Elternarbeit.

 

Orte und Zeiten

 

Viele Termine, Gespräche und Unternehmungen werden in der Schülerschule spontan und individuell vereinbart. Darüber hinaus gibt es aber folgende feste Termine:

 

In der Schulzeit:

 

·      Montag und Donnerstag: 14.30 - 18.30 Uhr

     Stadtteilbibliothek in Frohnhausen, Sybelstr. 50 (Klassen 7 bis 13)

 

·      Dienstag, Mittwoch und Freitag: 14.30 ‑ 17.30 Uhr

     Erich-Brost Berufskolleg in Altendorf , Dechenstr. 25 (Klassen 1 bis 13)

 

 

In den Schulferien (Ostern, Sommer und Herbst):

 

·      Montag bis Freitag: 10.00 - 14.00 Uhr

     Gesamtschule Bockmühle, Ohmstr. 32 (Klassen 1 bis 13)

                                                                                                         

 

Während der Weihnachtsferien ist die Schülerschule geschlossen.

 

 

Kontakt

 

Büro-Anschrift:................................. Schülerschule, Ohmstraße 32, 45143 Essen

Telefon:............................................ 0201 - 8564912 / Fax: 0201 - 8564914

Diensthandy:.................................... 0176-67872276

Grundschule Di., Mi. und Fr.:.......... 0151-26889075